4. ADAC/PRS Gravellandrallye 2006

Die Gravelland, eine Veranstaltung welche man sich nicht entgehen lassen sollte. Eingetragen im Volvo Original, sowie im Schottercup gaben wir wieder „alles“. Unsere Aufstellung bei dieser Veranstaltung: Kai & Christoph (33) im Volvo 740 VOC, Silvio & Christian (36) im Volvo 244 VOC sowie Stephan & Lutz (91) in ihrem Opel Kadett E 1.6. Spaß hats gemacht, doch wie immer war alles ganz schnell wieder vorbei.

Ein Bericht geschrieben von Christian Weidner.

4.00 Uhr war die Nacht vorbei, um Fünf ging es los. „Keine Uhrzeit“ für jemanden wie mich, der sonst um Vier gähnend sein Bett aufsucht. Doch wir hatten eine Mission. Eine Mission die uns viel Spaß bereiten sollte. Das Wetter war uns gnädig, kein Regen, kein Sturm, nur lauschige 14°C und ein flaues Lüftchen. Pack ‚mas, auf in den Tagebau. Es erwarteten uns ~38 WP-Kilometer durch den Tagebau mit fast 100% Schotteranteil. Weit und breit nur Sand, Sonne und zwei geisteskranke Rookies in ihrem 78 Chevi, ähh Volvo. ( Eigentlich ist das Chassis von ’79) Genau das richtige für die Mutter aller Schlachtschiffe.. An den Start gingen wir mit 3 Fahrzeugen. Stephan & Lutz mit ihrem Opel Kadett E 1.6, Kai & Christoph in ihrem Volvo 740 VOC und wir (Silvio&Christian) mit unserem Volvo 244 VOC. Angekommen am Ort des Geschehens erwartete uns die perfekte Organisation. Beschilderte Zufahrten für die Zuschauer und Wegweiser für die Co-Piloten, denen das Boardbuch mal wieder auseinandergefallen ist. Zwar lagen das Rallye-Zentrum und die Dekra-Werkstatt (Ort der technischen Abnahme) recht weit auseinander, doch war es dem Scharfsinn der Truppe zu verdanken, den technischen sowie organisatorischen Vorlauf der Veranstaltung effizient abzuwickeln.

Beim Abfahren der Wertungsprüfungen (um unserem Aufschrieb anzufertigen) versagte Stephan sein Opel leider vollends seinen Dienst. (Wie sich später herausstellen sollte, gab es eine Verkettung unglücklicher technischer Probleme welche mit einer 1mm zu langen Schraube an der Nockenwellenhalterung ihren Ursprung fanden) Auch wir waren mit unserem 240er nicht ohne Probleme, sorgte doch eine geplatzte Zylinderkopfdichtung schon vor dem Start für wilde Spekulationen und einen erhöhten Wasserverbrauch der „Eisensau“. Im Laufe der Veranstaltung kippten wir mehr Wasser in den Motor als da normal Benzin durchgeht.

„Die Strecken sind schnell und anspruchsvoll“, soviel sickerte am Morgen schon von ungenannter Stelle durch. „Rollende“ Kurven, Schotter in Konfektionsgrösse „Kinderschuh“, Spurrillen, Kanten sowie kleinere „Hinkelsteine“ sprechen eine deutlich Sprache. In der Gewissheit „Quer ist schwer“ gingen wir ins Rennen und versuchten uns an etwas Neuem, dem „saubere Linie“ fahren. Selbst mit einem Volvo ist dies möglich, auch wenn man ihn sonst lieber quer um die Ecke trägt. In der Regel sieht das weniger spektakulär aus, bringt aber nicht unerhebliche Sekunden für die Gesamtzeit.Auch wenn ein Volvo jenseits der 160km/h auf der Geraden nicht immer unter die Kontrolle des Fahrers zu bringen ist, waren wir mit diesem „Neuen, Unbekannten“ sehr zufrieden und werden es wohl weiter verfolgen. Ungeachtet dessen hatte ich nie das Gefühl nur Passagier dieses Wagens zu sein. Eher bewegten wir uns im Einklang mit dem „alten Schweden“ über die Felder und vernahmen in den Ohren das säuselnde Pfeifen einer 70er-Jahre Schrankwand, welche quer im Windkanal steht. Den Zuschauer im Hinterkopf und einem deutlich sichtbaren Schalk im Nacken des Fahrers sitztend wurde natürlich die ein oder andere Kurve trotzdem quer genommen, es sieht einfach geiler aus!

Übers Ziel hinaus geschossen konnte man bei jeder Zielzeitkontrolle eine Gradwanderung der Temperaturanzeige verfolgen, welche den kompletten Anzeigebereich der Skala durchlief und eigentlich nur eines bedeuten kann: „Der Zeitnehmer schreibt definitv zu langsam!“ Für die Mechaniker unter uns ist es sicher ein komisches Gefühl, zu wissen, dass wir auf 7km holpriger „Landstrasse“ den kompletten Inhalt der Kühlung einmal durch den Motor geblasen haben. Während sich am Tankinhalt nicht viel änderte, war der Kühlwasserinhalt nach jeder WP ziemlich genau null und der Volvo genenehmigte sich erstmal einen grossen Schluck kalten Wassers aus unserem Kanister. Desweiteren durfte geflissentlich die Frontscheibe gereinigt werden, da das Öl-Wasser-Staub-Gemisch den Durchblick auf Co-Piloten-Seite stark einschränkte. Schön zu sehen, die Karre hält! Einzig der heraushängende Blinker nach WP1 verhagelt hier ein wenig die Bilanz. Selbstredend verursacht ein provisorisch angelegtes Flickwerk auf offener Strasse einen mittellangen Stau am einzigen Stopschild im Umkreis von einem Kilometer. Unklar hierbei, woher die weiteren Fahrzeuge hinter uns kamen, da wir vor unserem Stop ganz sicher die einzigen auf der Strasse waren.

Unvergessen bleibt wohl eine markante Stelle im Aufschrieb, „über Kuppe ins Nichts“ gefolgt von einer sofortigen engen Linkskurve. Selbst direkt auf dieser Kuppe ließ sich der weitere Strassenverlauf nur erahnen, zu steil ging es hinunter.

Auf WP5 machten Kai & Christoph einen kleinen Ausflug auf die Sandbank. Selbst wildestes Gestikulieren des Co-Piloten gewann den herumstehenden Zuschauern nur ein müdes Lächeln ab. Der erste hilfsbereite Zuschauer hatte am Anfang nur eines im Kopf „Zwei dumme Gesichter in einer gelben Badewanne“ und bannte dieses Motiv zuersteinmal auf ein Foto bevor er mithalf das gestrandete Schiff wieder freizubudeln. Mit Schippe, Schweiss und ergeizigem Einsatz der beiden Piloten gelang es dennoch den Kahn wieder flott zu machen. Berichten zufolge war Christoph mit dem Endtopf für einige Zeit auf „Du und Du“. 5 Minuten später standen die beiden am Start der WP6 aber wieder vor uns um mit einer kleinen Verspätung des letzte Stück Flur umzugraben.

Das Rennen um die goldene Ananas kommten wir für uns entscheiden, auch wenn der 240er mit tropfender Windel unterwegs war. Zusammenfassend möchte ich behaupten, dass wir alle viel Spaß hatten. Für mich war es eine der schönsten Rallyeverstaltungen, die ich bis dato aktiv erlebt habe. (Wobei ich auch erst 3 Veranstaltungen „Co-Moderiert“ habe)

Vielen Dank an dieser Stelle an die tausend fleissigen Hände, Fans und Helfer die uns unterstützt haben!

Bilder gibts in unserer Galerie.

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