27. Reckenberg Rallye 2008 – Zu Gast bei Freunden

Foto: Christian Weidner

Am 20. September 2008 fand die diesjährige Reckenberg-Rallye statt, „los“ ging es bereits am Freitag. Da bis morgens 11.00Uhr noch kein Zugfahrzeug verfügbar war, stand der Wochenendverlauf bis zum Schluss in den Sternen. Mit einer Anreise „auf Achse“ hätten wir uns sicher ein paar Möglichkeiten verspielt. Besetzt war das Team für diesen Lauf zum Volvo-Original-Cup Deutschland mit Silvio Mollitor (Fahrer), Christian Weidner (Stamm-Copilot), der gerade frisch aus dem Urlaub kam, sowie Melanie als seelische und moralische Unterstützung. Mit im Gepäck 10x Hankook Ventus RS2 sowie 6x Vredestein Quatrak2, man wollte vorbereitet sein. Mit dabei auch unsere neue Onboard-Front-Kamera, feinste Technik aus Südkorea mit nicht weniger als 560 TV-Linien und angepasster „Racing-Firmware“.

Vielen Dank an Benjamin Eckel & Heinz-Peter Machens für die bildliche Unterstützung.

Wenn alles schläft und einer fährt, ist die Anreise gewohnt entspannt. „Pünktlich“ 21.20Uhr am Rallyezentrum angekommen blieben noch 10 Minuten für „Doku“ (Dokumentenabnahme) und TA (technische Abnahme). Der Volvo war gut vorbereitet, die Prüfer hatten nach 3-minüter Durchsicht nichts zu beanstanden.

Quartier bezogen wir bei Familie Steffensmeier (Jörg fährt einen weißen 244er VOC), welche freundlicherweise ihren Wintergarten zur Verfügung stellte. Nach 1-2 Bier kam auch schon der Sandmann.

Frisch ans Werk
Die Streckenbesichtigung verlief gewohnt routiniert, wenn gleich es immer spannend für den Co-Piloten ist, wenn Rundkurse mit mehren Runden nur zur Hälfte abgefahren werden und schon beim Training vorzulesen sind. Im Aufschrieb gibt das immer interessante „Sprungmarken“, vor und zurück, hier raus, nächste Seite wieder rein. Da kommt man schon ins Grübeln.

Die Prüfungen versprachen eine Menge Fahrspaß und hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten, ein Highlight ist die „Sprungkuppe“ auf WP2/5, welche immer „voll“ geht. (Eine Erfahrung die Christian bis dato verwehrt blieb)

Foto: Christian Weidner

Zurück im Rallyezentrum, kurze Zusammenkunft mit der „Volvo-Family“. Timo Stoll mit „Gast-Co“ am Start stellte fest, WP4 hat man bei der Besichtigung wohl vergessen. Kurz unseren Aufschrieb angepasst weitergegeben, am Ende sollte bei den beiden alles passen. (Tat es auch, nur irgendjemand stellte ein Straßenschild in den Schwenkbereich des Timos’schen 740ers)

Foto: Christian Weidner - Skandix-Puzzle-Volvo

„Gentlemen, start your engine“
Auf zur WP1, Rundkurs „British Airbase“, 2 Runden + Ausfahrt. Wer früher in der Schule gut mit dem Zirkel war, hatte hier entscheidenden „Heimvorteil“. Teils enge Kurven brachten unseren Volvo in den Grenzbereich, von den Reifen wollen wir mal nicht reden. Ich erinnere mich gerne an die Worte von Alfred Gorny: „… und hier ein Volvo 244, viel zu alt, viel zu schwer und viel zu wenig Leistung um eigentlich damit Rallye zu fahren…“Von wegen! Silvio, das Steuer fest in der Hand“ zirkelte die „Kiste“ durch die Pylonen, dass es eine wahre Freude war. Ergebnis: 3. Bestzeit hinter Holger Knöbel und Marco Wranik bei den punktberechtigten VOC-Volvos.

Foto: Benjamin Eckel - rallye-fotos.net

WP2 ist WP5, bzw. andersherum. Unterschied: einmal 1 Runde, einmal 2 Runden. Zum „eingewöhnen“ erstmal eine Runde, also WP2. (Noch so nen Rundkurs) Auf dieser „Bahn“ findet sich „besagte“ Sprungkuppe über die Kreuzung, welche eine entscheidende Erkenntnis bringt: 5xangeschnallt, immer noch zu kurz. Kurz vorm abheben die vierte Welle eingeklinkt (4.Gang) und mit knapp 140Km/h abgehoben, wer hierbei nicht grinst, ist selber schuld. Neue Top-Speed-Marke in unserem Volvo: 140.8Km/h, ich glaub das ist mit unserer „Übersetzung“ schon hinterm roten Bereich. Endergebnis dieser WP: erneut 3. Bestzeit hinter Holger und Marco bei den wertungsberechtigten VOC-Volvos.

Foto: Benjamin Eckel - rallye-fotos.net

WP3 ist eine schnelle Start-Ziel-Prüfung mit „Zwischenstop“ bei Bauer Randers, welcher freundlicherweise eine Rechts-Links-Kombi auf seinem Hof zusammenstellt hat. Quer kommt man da definitiv nicht „vorbei“. Ein Aha-Erlebnis war/ist auf dieser Prüfung vorprogrammiert, würde man am Anfang dieser WP wie folgt fahren: „Rechts4 70 Links1 eng um Kreuz“. Haben wir natürlich nicht so gemacht, die Rechts4 stand gar nicht im Aufschrieb. Und was hats gebracht? 3. Bestzeit hinter Holger und Marco bei den Wertungsberechtigen…

Foto: Benjamin Eckel - rallye-fotos.net

Gastgeber Jörg Steffensmeier hatte leider Pech, nach einem Baumwurzeltreffer an der Vorderseite war der Stossdämpfer „umme“, ein Weiterfahren nicht möglich.

Die selbst Baumwurzel sorgte auch bei uns für „krumme Achsen“, hinten links musste gewechselt werden, die Alufelge vorn hats besser weggesteckt.

WP4 – Vorwärts immer!
Auch diese Prüfung eine Start-Ziel-Etappe mit hoher „Reisegeschwindigkeit“. Auf halber Strecke stellten wir erneut einen neuen „Top-Speed-Rekord“ in unserem 244er auf. 148,7Km/h, das Getriebe muss dunkelrot gewesen sein. Im Rausch der Geschwindigkeit verpassten wir leider die letzte Rechtskurve und mussten über den Acker „verlängern“. Zeitlich verlängert auch die Abschnittsfahrzeit, wieder „nur“ 3. hinter Holger Knöbel und Andreas Leue, Marco Wranik hat es nicht mehr an den Start geschafft.

Foto: Heinz-Peter Machens

Zurück zu WP2 bzw. 5, jetzt 2 Runden + Ausfahrt. Nach längerer Startverzögerung aufgrund eines Unfalles mit mehreren Überschlägen ging es nach Einweisung der Streckenleitung wieder „in die Spur“. Die Rechtskurve nach der ersten Schikane sollte sich als Sprungschanze herausstellen, hier war Vorsicht geboten. 2 Runden auf dieser WP heißt auch, 2x Sprungkuppe, jawoll!

1. Runde: Mit Schwung und eingelegter erster Welle aus einer Links3 auf die Gerade zur „Schanze“, beherzt in den Zweiten geschaltet… Verdammisch!! In den Vierten geschaltet…. Also nochmal! Vom Ersten in den Vierten in den Zweiten… Jedenfalls wieder mit ordentlich Tempo abgehoben. Nächste Runde sollte es besser klappen…

2. Runde: Jetzt alles richtig gemacht! 1-2-3-4 und ab dafür, Drehzahl irgendwo bei 8500U/min, 4. Welle und rüber, geht doch!

Ein Blick auf die Zeit, bekanntes Bild, 3 Bestzeit hinter den üblichen Verdächtigen.

Foto: Heinz-Peter Machens

Das Ende naht, die letzten Kilometer. Auf WP6 nochmal „alles reingedrückt“ was geht. Kurioserweise verloren wir fast 3 Sekunden auf den ersten Turn. Macht aber nix, angekommen simma und zeitlich haben wir nichts anbrennen lassen. Ergebnis WP6: Wieder mal Dritter bei den (wertungsberechtigen) VOC’lern, diesmal hat sich Siggi Mayr dazwischen geschoben.

Foto: Heinz-Peter Machens

Ich fasse zusammen:

Gruppe N4: 4. Platz (Unter anderem fuhren in dieser Klasse mit: Ford Focus RS, Audi 90, BMW)
Wertung Volvo gesamt: 3. Platz (hinter Holger Knöbel und Uwe Gottschalk)
Wertung Volvo-Original: 2. Platz

Mit diesem Ergebnis bauen wir unsere Platzierung im Volvo-Original-Cup Deutschland 2008 weiter aus und befinden uns somit auf dem 2. Rang, wenn das mal nichts ist.

An dieser Stelle möchten wir uns bei folgenden Personen bedanken: „Opa“ Mollitor und Jan Bernstein für den Mietwagen, Familie Steffensmeier für die herzliche Gastfreundschaft, der „Volvo-Family“ für das „Wir-Gefühl“ bei dieser Veranstaltung, dem MSC-Wiedenbrück für die tolle Veranstaltung. Vielen Dank auch an die vielen fleißigen Helfer und Fans an der Strecke.

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