Buten un Binnen 2008 – Hinterachse? Habig Horst!

Foto: Christian Weidner

Wochenende, wieder mal Rallye. Der Volvo hält.. W&F Servicecrew.

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr unternahmen wir einen Familienausflug nach Sulingen, diesmal im Rahmen der Visselfahrt – Buten un Binnen Rallye.10 Mann, 1 Hund, 3 LKW, 2 Trailer und 3 Volvos waren es diesmal,

und da soll noch einer sagen, nur Frauen wissen nie was sie mitnehmen sollen. Volvo 1 ist der Volvoracing/VMax Motorsport-Renner, ein 244er. Volvo 2 vom Team Jan Bernstein/Christian Wüstenhagen, ein 740er. Der dritte im Bunde war ein 940er Kombi zur weiteren Verwendung.



Serviceunterstützung erhielten wir von den weltbesten Mechanikern, den Jungs von W&F- VMax Motorsport. Man hatte sich viel vorgenommen, so galt es im Vorfeld zwei Hinterachsen zu wechseln und die Radlager am 240er zu erneuern. Ingesamt wurden 3 Hinterachsen rotiert, eine mitgebrachte als Auslöse für unsere „Kurze“ welche bei Habighorst im Ersatzteilvolvo hing, die Austauschachse für Habighorst sowie die Jetzige von Habighorst, welche wieder gegen unsere getauscht wurde.

Foto: Christian Weidner

Im Achsentausch bereits Profis, bereiteten die Radlager einige Kopfschmerzen. Trotz mitgebrachter Hydraulikpresse wollten die Radlagerschalen nicht aufs Radlager passen. Erste Versuche mit Herdplatten und Gasbrennern schlugen fehl, die Lösung war ein Schmiedefeuer mit Holzkohle und Heissluftfön, Feuerteufel „Sägemann“ heizte ordentlich ein.

Foto: Matthias Prillwitz

Pünktlich zum Tagesanbruch war alles fertig, „neue“ alte Achse unterm 240er, neue Radlager eingebaut und sogar die Handbremse war wieder funktionstüchtig. Gute Arbeit Männer!

Foto: Christian Weidner

Das gute Wetter vom Freitag wich am Samstag Morgen dichten Wolken und Dauerregen. Der erste Durchgang „Visselfahrt“ war bezeichnend, 6 Wertungsprüfungen auf engen Wegen, durch Häuser, Wildniss und mannshohen Betonmauern auf beiden Seiten der Strecke. 35km Aktion pur, da war nicht viel Zeit für Romantik. Anders als gewohnt gab es im Aufschrieb selten Geraden über 100 Meter, jede Kurve mündete eine Weitere, einen Abzweig oder Schikane. Die Strecken waren schmierig und überall versteckten sich Betonkanten und andere Stolpersteine.

 

Foto: Matthias Prillwitz

Ausgerüstet mit 4 Kameras, GPS-Logger und weiteren „High-Tech-Spielzeug ging es auf die Bahn.Die beiden Volvos gingen gut nach vorne, der 240er in manchen Kurven sogar zu gut, doch Silvio hatte alles im Griff und wurde am Ende mit dem dritten Platz in der Volvowertung und dem fünften Platz in der Klasse belohnt. Diese Platzierung war nicht selbstverständlich, denn schon nach den ersten Kilometern machte sich das Getriebe lautstark Luft und wollte auf ein Problem hinweisen. Mit der Lautstärke eines „Gradverzahnten“ boxte man die ersten drei Gänge zügig durch und musste viele Passagen mit „ordentlich Schwung“ angehen, die „gelbe Badewanne“ hob ordentlich aus. Jan Bernstein und Christian Wüstenhagen im 740er waren nicht minder ehrgeizig unterwegs, zum ersten Mal mit Kameratechnik unterwegs wollte man natürlich auch gute Bilder fürs Familienalbum. Das ging sogar soweit, dass sie die zweite Wertungsprüfung ausliessen um schneller am Ziel zu sein. Leider wurde dies am Ende mit Wertungsverlust betraft, die Jungs gelobten Besserung für den zweiten Durchgang.

Foto: Matthias Prillwitz

Die grosszügige Pause zwischen beiden Veranstaltungen wurde „wie nicht anders zu erwarten “ mit Arbeit versüßt. Christian kümmerte sich um das Onboard-Equipment und den Software-Check, die Mechaniker um das Getriebe- und obligatorische Bremsenproblem. Da die Ursache bis zum Ende nicht hinreichend geklärt werden konnte, behalf man sich mit einem halben Liter Getriebe-Öl und einer „Einweisung“ durch die Mechaniker. „Erster Gang? Ist nicht, musst du gucken!“ Im „Nachbarteam“ Knöbel stand noch ein Getriebetausch an, man gönnt sich ja sonst nichts. Mit Hilfe unserer Hochleistungsmechaniker war die Sache mit 4 „Mann“ innerhalb 40 Minuten „geritzt“. Gemessen am „Rekord“ der Rallye Sulingen, wo 4 Schweden und 2 Deutsche 35 Minuten für einen Getriebetausch brauchten, waren „unsere Jungs 31% schneller. Die Engländer würden sagen: „Because we can!“

 

Foto: Matthias Prillwitz

In der Zwischenzeit gelobte auch das Wetter Besserung und somit ging es „trockenen Fußes“ in den zweiten Durchgang „Buten un Binnen“. Jan Bernstein legte vor, wurde allerdings am Ende der WP1 bei Tempo 120Km/h unsanft durch eine Mauer in den gefürchteten „Dungeons“ gebremst. Den Jungs ist nichts passiert, der 740er konnte nach dem Crash die Veranstaltung aber nicht mehr beenden. Letztendlich happerte es an der geplatzten Batterie und der verbogenen Hinterachse. „Allein leidet es sich schlecht“ hat meine Mutti immer gesagt, so dachte wohl auch Team „Skandix“, sie ereilte das gleiche Schicksal zwei Wertungsprüfungen später an gleicher Stelle. Silvio ging die ganze Sache vorsichtiger an, im Hinterkopf immer das defekte Getriebe und die Worte der Mechaniker „Und wehe dir, du lässt die Kupplung springen…“. Im Vergleich zum ersten Durchgang konnte man sich ob dieses „Problems“ dennoch um 50 Sekunden verbessern, am Ende reichte es für einen guten fünften Platz. Im Ziel angekommen konnte man stolz sagen: „Ja, das ist eben Volvo, ein Getriebe wie aus dem Vollen gefräst“.

Foto: Matthias Prillwitz

Im Nachgang wurde der Fehler gefunden, die Getriebeglocke hatte sich vom Getriebeblock gelöst, somit griffen die Zähne nicht mehr ordentlich. Wer schonmal ein 240er Getriebe von innen gesehen hat wird sicher staunen, nach fast 300.000km sieht es immer noch aus wie frisch aus dem Regal geholt. Auch der 740er von Jan ist in besserer Verfassung als zuerst angenommen, die Träger stehen wir eine eins, nur das Aussenblech ist kalktverformt. „Schwedenstahl, Grundlage für eine solide Basis“.

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei den Jungs von W&F- und VMax-Motorsport für ihre erstklassige Arbeit bedanken. Desweiteren danken wir dem Autohaus Habighorst für die tolle Unterstützung.

Das könnte dich auch interessieren...