7.ADAC-Rallye Oberehe 2008 – wo müde Männer munter werden

Foto: Fred Mollitor

Freitag, die Arbeit muss warten, wir müssen mal schnell wohin. Mit obligatorischer Verspätung ging es morgens um Sieben Richtung Oberehe, die akademische „Stunde“ wurde natürlich voll ausgenutzt.Mit im Gepäck unsere Mechaniker Fredy und Andy sowie Melanie, die Frau für Feine.

Mit einer Gesamtlänge von 700Km war die WP0 sehr überschaubar. In Zeiten stetig steigender Spritpreise haben die Jungs im Gesamtverlauf der Veranstaltung die 1000km-Marke mit 55Liter Super geknackt. Service-LKW und Volvo waren schon in der Spur, Silvio musste natürlich noch schnell bei Christian ran um ihm mitzuteilen, dass man nun auf dem Weg sei. (Zu dieser Uhrzeit bekommt er aber eh noch nichts mit) Schnell noch einen Overall für den Lewandows’schen Co eingepackt und „nix wie hinterher“.

Die Anreise war entspannt, nur der Regen liess das Stimmungsbarometer unserer Rennfahrer in den Keller fallen. Angekommen, Serviceplatz eingerichtet, Zelte aufgestellt, alles im Regen, herzlichen Glückwunsch. Nach verrichteter Arbeit, wie sollte es auch anders sein, klarte es auf, der Abend war gerettet. 2 Stunden später war das „Volvo-Dorf“ errichtet, es hatte ein bischen was von den Galliern und den Römern.

Technische und Dokumentabnahme verliefen ohne Zwischenfälle, nur aus dem Staunen kam man bei diesen Mitstreitern nicht mehr heraus. „Soviele schöne Autos, das wird ein Fest!“ bemerkte Andreas voller Vorfreude, die abendliche Grillparty machte Lust auf mehr. „Nach dem Essen ist vor der Party!“, das „Stell-dich-ein“ ging bis Nachts um Eins. Natürlich wurden auch 1,2 Bier getrunken, ganz klar.

Mit leichten Vergiftungserscheinungen, man munkelte von Bardame oder Konkurrenz, erblickte das dynamische Duo die ersten Sonnenstrahlen am Samstag-Morgen. Kalte Dusche, frischer Schlüppa, „wir sind soweit“.

Streckenbesichtigung bei Sonnenschein und ein breites Grinsen in den Gesichtern ließ nur eine Schlussfolgerung zu:

„Viel Gas, viel Spaß!“

Dummerweise sah das der linke Hinterreifen anders, und somit lief der Profilgürtel auf WP1 begleitet von Ablösungserscheinungen entgegengesetzt dem Rest des Rades. Sichtlich verwirrt ließ Silvio das Gas weg, Bremse? Geht! Lenkung? Tut auch noch! Also wieder „reingedrückt was geht“ und Richtung Ziel. 4 Schrecksekunden auf Steffensmeier warens am Ende.

 

Foto: Peter Schulte

Als wäre es nicht genug, machte der Wagenheber beim „traditionellen“ Reifenwechsel „natürlich“ die Grätsche. Ein fragender Blick in Runde, „Meister, hast de vielleicht ’n Wagenheber?“. „Natürlich!“ sagte er und verschwandt, denn der Autoschlüssel war im Haus. Die Uhr tickt, Silvio und Andreas starren leicht nervös auf das Hinterrad, da macht es Klick und der Golf-Kofferraum ist geöffnet. In Sekundenbruchteilen basteln die Jungs dem nun auch leicht nervösen Mann einen neuen Kofferraum. In den Tiefen der Ersatzradmulde fand man dann auch den Wagenheber. Spätenstens jetzt wurde ihm klar, dass die Jungs wenig Zeit hatten. Karre aufgebockt, er hält gegen. Mit einstudierter Eleganz wanderte das Ersatzrad an seinen neuen Arbeitsplatz. Mit dem Worten „Schmeiss hin! Lass liegen!!“ verabschiedete sich die gute Seele von unseren Jungs.

Zwischenzeitlich parkte Andreas Leue seinen „Gelben“ auf eben gefahrener WP im Graben, Kaffee und Schwarzwälder Kirschtorte waren ihm dann wohl doch lieber.

WP2, „Familienduell“. Steffensmeier nun richtig wach war am Ende eine Sekunde eher im Ziel, aber die Richtung stimmte. Nun gut, WP3, nächster Versuch. Lass krachen war das Motto, ein Dreher für die Zuschauer ist immer drin. Kostete zwar 10 Sekunden Rückstand, sah aber gut aus.

 

Foto: Peter Schulte

Halbzeit. Mittagsschlaf beim Regrouping, Neuordnung der Prioritäten. „Da geht noch einiges“ wurde nickend für gut befunden, also alles wieder auf Anfang.

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WP4 ging schon ganz ordentlich, aber 100% reichen manchmal noch nicht.Mit dem Worten unseres russischen Freundes „Geht alles voll!“ ging es in die WP5. Schweigende Copiloten am Zeil bedeuten eigentlich nur eins, „das war jetzt so langsam nicht!“. 14 Sekunden Verbesserung zum ersten Durchlauf, 11 Sekunden schneller als Steffensmeier, man(n) muss nur wollen.

 

Foto: Peter Schulte

Letzte Chance, WP6, da gibt es noch was zu holen! Voll, voller, am vollsten, schwedische Verhältnisse auf deutschen Strassen! Angelehnt an Buschwerk und Begrenzungspfeiler ging es kurz über knapp durch die Natur. Mit harter Bremse verpassten die Jungs leider eine Rechts3. Mit 360-Grad-Drehung ging diese dann als Links3 durch, die Lichtschranke blieb stehen. (Sah natürlich wiedermal gut aus)

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Am Ende konnte man trotz Dreher 8 Sekunden herausfahren. „Glück“ im Unglück, die Steffensmeier’sche Hinterachse hauchte in der Mitte der WP6 ihr Leben aus, man schaffte es nicht ins Ziel. Ganz unglücklich haben sich die beiden allerdings nicht angestellt, ein reichlich belegter Grill befand direkt an der Ausfallstelle. Dazu zwei Bier von der Feuerwehr, was will man(n) mehr?

 

Foto: Peter Schulte

Nach der Party ist vor der Party!

Silvio duscht unterm Wasserfass, Fredy friert, Sachen gibts. Leicht erschöpft gings in die nächste Grillrunde, bevor es zu späterer Stunde zur Abschluss und Geburtstagsparty ging. Silvio, jetzt 29, knutschte auf den Schultern von Fredy und Steffensmeier in 3 Metern Höhe mit Melanie, „Happy birthday Digga“.

Foto: Peter Schulte

Und weil es so schön war, gabs von Fredy noch ungewollt eine Platzwunde am Kopf für Steffensmeier. Die Moral von der Geschicht‘? „Manchmal jeht ditt, manchmal nich“.

Abschliessend befanden unsere Mechaniker, dass war die beste Rallye und auch Party die sie bis dato hatten. Man ging zu sogar so weit zu sagen, es wäre besser gewesen als in vergangenen DM-Zeiten.

Vielen Dank für die grossartige Unterstützung Jungs! Vielen Dank auch an Melanie, die sich nimmer müde werdend um das Wohl aller sorgt, an Andreas für seinen tollen Co-Piloten-Job sowie an die Jungs und Mädels vom MSC Oberehe für die tolle Veranstaltung.

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